[Rezension] “Ein ganz besonderer Weihnachtswunsch” von Julia Williams

 

Kurz nachdem Livvy erfahren hat, dass ihr Mann sie betrügt, hat sie einen tödlichen Autounfall. Doch sie findet keine Ruhe und ist in einer Art Zwischenwelt gefangen, lange Zeit ohne Kontakt zu den Lebenden aufnehmen zu können. Doch ihr größter Wunsch ist es ihre Familie zurückzubekommen und auch ihr Sohn Joe wünscht sich nichts sehnlicher als das seine Mutter wieder da ist.

Dieses Buch konnte durch seinen ansprechenden Klappentext meine Neugierde wecken und so war ich gespannt auf diese etwas andere Weihnachtsgeschichte. Denn das Buch beginnt direkt tragisch mit dem Tod von Livvy. Ihr Mann und ihr Sohn müssen ihre Trauer bewältigen und Livvy versucht in der Zwischenwelt zurechtzukommen und würde am liebsten wieder mit ihrer Familie vereint sein.
Ihr Mann dagegen baut sich nach und nach ein Leben mit Emily, seiner Affäre auf und lernt loszulassen. 

Doch das kann Livvy nicht auf sich sitzen lassen und ich muss sagen an diesem Punkt war sie mir mehr als unsympathisch. Sie denkt nur an sich, ist nervig und tut zuerst so als ob die Ehe mit ihrem Mann perfekt war. Das sie das längst nicht war, wird aber schnell klar. Ihr Sohn hat das Asperger Syndrom und sie war oft damit überfordert und die Ehe war längst nicht mehr glücklich. Dennoch kann sie nicht loslassen, was ich einerseits verstehen kann, andererseits kam sie mir oft einfach nur egoistisch vor. Erst nach und nach entwickelt sie sich, lernt dazu und merkt, was das Richtige und Wichtigste für ihre Familie ist. Doch zwischendurch stiftet sie viel Unruhe.
Ihr Mann Adam dagegen tat mir ziemlich leid, weil er es nicht einfach hatte und einfach einen Neubeginn möchte. Denn nach anfänglichen Schwierigkeiten lernt er loszulassen.
Emily dagegen mochte ich direkt, weil sie Adam Zeit gibt, aber dennoch für ihn da ist.
Ganz toll dargestellt fand ich Joe mit seinem Asperger Syndrom. Ich muss sagen, dass das auch mein Highlight des Buches war.

Ansonsten fand ich die Idee ganz nett, aber ich habe hier wieder einmal gemerkt, dass ich nicht so der Fan von Büchern bin, in denen die Toten in einer Zwischenwelt leben und sich in das Leben der Lebenden einmischen. Außerdem wird Livvy immer mächtiger und durch einen Deal, den sie eingeht, passiert etwas das ich für mehr als unmöglich halte, auch wenn ich sonst gerne Fantasybücher lese.

Der Schreibstil ist leicht und locker zu lesen und insgesamt sehr emotional. Der Plot wird hauptsächlich abwechselnd aus Adams und Livvys Ich-Perspektive geschildert. Hin und wieder wurde aber auch die personale Erzählperspektive von Emily gewählt, was mir gut gefallen hat.

Der Plot an sich ist ganz nett, war aber für mich nicht komplett das Richtige. Dennoch ist es ein etwas anderes Weihnachtsbuch, das gerade deshalb bestimmt so manch einem Gefallen kann. Das Ende bietet einen gelungenen und emotionalen Abschluss, der mir sehr gut gefallen hat.

 
“Ein ganz besonderer Weihnachtswunsch” ist ein etwas anderes Weihnachtsbuch, das zwar einerseits nicht schlecht ist, aber ich empfand Livvy als Protagonistin als nervig und der übersinnliche Aspekt hat mir auch nicht immer gefallen. Dennoch war es ein ganz nettes Buch für zwischendurch, das mir zwar nur mittelmäßig gefallen hat, aber bestimmt den einen oder anderen begeistern kann.

 

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